Spielberichte
Gutes Spiel vor toller Kulisse
(Spieltag: 06.03.2010)Am Samstag zog es 350 Zuschauer in die Rathenower Havellandhalle. Grund dafür war das Derby in der Oberliga Berlin/Brandenburg zwischen der HSG Rathenow/Milow und dem SV 63 Brandenburg/West. Und sie wurden nicht enttäuscht. Sie sahen ein gutes Spiel, welches zwischenzeitlich sogar unerwartet spannend war. Beim Blick auf die Tabelle war klar, dass Brandenburg (4.) als glasklarer Favorit zum Tabellenletzten kam. Doch es gelang der Höhnetruppe nicht, die HSG frühzeitig zu schlagen. Wie schon im Hinspiel war das Spiel lange Zeit offen.
Für Peter Reckzeh gab es bereits vor dem Spiel eine Hiobsbotschaft. Jens Riedel musste die Erwärmung aufgrund von Rückenproblemen abbrechen und stand für das Spiel nicht zur Verfügung. Dafür war Sven Riedel im Kader. Für Reckzeh war klar, dass das Rückzugverhalten seiner Mannschaft entscheidend sein wird. Denn die Brandenburger sind bekannt für ihr Konterspiel, welches mit Sicherheit zu den besten der Liga gehört. Also musste man versuchen, den Gegner in den Positionsangriff zu bekommen. Der Trainer forderte von seinen Spielern, dass sie das Spiel der vergangenen Woche vergessen und den Zuschauern mit der richtigen Einstellung ein gutes Spiel bieten.
Nach einer kurzen Abtastphase (3:3; 5.) kamen die Gäste besser ins Spiel. Es gelang ihnen, vergebene HSG-Angriffe durch Konter erfolgreich abzuschließen. So konnten sie sich in der 10. Minute auf 7:3 absetzen. Doch die HSG-Spieler besannen sich auf die Forderungen des Trainers und spielten ihre Angriffe ruhiger aus und waren damit erfolgreicher. Aber es war zu erkennen, dass es schwierig war, Lücken in die gut organisierte Deckung des SV zu reißen. Bis zur Halbzeit blieb die HSG auf Schlagdistanz und konnte kurz vor Schluss auf 15:18 verkürzen.
Reckzeh bemängelte in der Halbzeit die Deckungsarbeit seiner Mannschaft. Es war z.T. zu einfach, den Mittelblock zu überwinden. Außerdem sollte versucht werden, das Spiel der Brandenburger früher zu unterbrechen, um das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Mit der Angriffsleistung war er im Großen und Ganzen zufrieden. Von den Torhütern erwartete er in der zweiten Hälfte eine klare Leistungssteigerung.
Die HSG kam sehr gut in die 2. Halbzeit. Parey im Tor hielt zwei Bälle in Folge und im Angriff waren die HSG-Akteure erfolgreich. Als in der 34. Minute der Ausgleich (19:19) erzielt wurde keimte Hoffnung auf eine Überraschung unter den Anhängern der HSG. Doch leider war diese Phase zeitlich begrenzt. Die Gäste legten einen Zwischenspurt ein und konnten bis zur 40. Minute wieder auf 21:25 davonziehen. Getrieben von den Zuschauern gaben sich die HSG-Spieler nicht auf. Aber es gelang nicht, den Rückstand zu verkürzen. Über die Spielstände 24:28 und 28:32 endete das Spiel mit 31:35.
Dass dieser Sieg für Brandenburg verdient ist, steht außer Frage. Aber wieder hat die HSG gezeigt, dass man auch gegen Spitzenmannschaften der Liga mithalten kann. Mit einer ähnlichen Leistung kann man gegen Mannschaften auf Augenhöhe sicher noch den einen oder anderen Sieg einfahren. So sah es auch Peter Reckzeh, der nach dem Spiel sehr zufrieden mit seiner Mannschaft war. Trotz des Ausfalls von Jens Riedel konnte man über weite Strecken mithalten. Vor einer tollen Kulisse hat seine Mannschaft das gezeigt, was sie kann. Dass es am Ende nicht zu mehr gereicht hat lag einfach daran, dass Brandenburg den entscheidenden Tick besser war. Wieder hofft er, dass seine Spieler diese Einstellung in das nächste Spiel am kommenden Samstag mitnehmen können, denn da kommt mit dem HC Spreewald eine spielstarke Truppe in die Havellandhalle.
Es spielten: Pitsch, Parey, Hanke im Tor; Woite (2), Puhl, Schulz (1), Konschak, Prochnow (1), Müller (2), S. Riedel (5), Haase (11), Laak, Köpke (9)
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